- Kreisverband Saalekreis
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Kreisverband unterstützt Forderung nach einem Verbot rückwirkender Beitragserhebung
Andreas Löhne legt Antrag für Kleinen Parteitag vor
Am Freitag dieser Woche tagt in Dessau der Kleine Parteitag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Andreas Löhne, Kreisverbandsvorsitzender des Saalekreises hat hier einen Antrag vorgelegt, der darauf zielt, die rückwirkende Beitragserhebung von Kommunalabgaben zurückzuweisen. Ein Ansinnen, das auch vom Kreisverband selbst unterstützt wird. Es äußert sich Andreas Löhne:

"Im Saalekreis sind bereits einige hundert BürgerInnen (z.B. in Bennstädt, Dobis, Dößel, Bad Dürrenberg) von nachträglich erhobenen Kommunalabgaben betroffen. Andere wird es noch treffen. Beiträge für Abwasseranschlüsse und Straßenausbau können auch rückwirkend erhoben werden. 
Für Straßen, die vor 1999 gebaut wurden, gab es oft keine Satzung und somit keine Beitragserhebung. Gemeinden können nun heute gezwungen werden, diese Satzungen rückwirkend zu erlassen und rückwirkend Ausbaubeiträge zu kassieren. Auch bestehende Satzungen können rückwirkend geändert werden, wenn sie als rechtswidrig befunden werden. So kann sich zum Beispiel der Berechnungsmaßstab beim Abwasseranschluss rückwirkend ändern, so dass Nachzahlungen fällig sind.

Das Rechtsstaatsprinzip verbietet die Rückwirkung grundsätzlich und sieht einen Vertrauensschutz vor. Dass diese Rechtsinstitute im Abgabenrecht nahezu bedeutungslos geworden sind, kritisieren wir. Unser Kreisverband hat sich auf seiner gestrigen Sitzung einstimmig für die Einbringung eines entsprechenden Antrags auf dem Kleinen Landesparteitag am 13. Juni 2008 in Dessau ausgesprochen. Wir hoffen bei dem Thema auf eine breite Unterstützung auf Landesebene. Wir wollen erreichen, dass die Landesregierung für mehr Rechtsstaatlichkeit und Demokratie im Abgabenrecht sorgt. Nur dann sollten Beitragserhebungen möglich sein, wenn die BürgerInnen umfassend in die Entscheidungen einbezogen worden sind und die Kosten im Vorfeld der Baumaßnahme bekannt waren. Das war in der Vergangenheit nur selten der Fall. Luxusbauten, Geldverschwendung und letztendlich eine hohe Beitragsbelastung waren oft die Folge."

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