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Raumordnungsverfahren Allstedt hat begonnen
Einwände jetzt einreichen!
"Wenn alles mit rechten Dinge zugeht", so Pfarrer Rainer Hoffmann, "ist diese Anlage niemals genehmigungsfähig, das jedenfalls ergibt sich aus den eingereichten Unterlagen." Wer sich die Mühe macht die Unterlagen zu sichten, durchzuarbeiten und manche Behauptungen zu hinterfragen, wird auf zahlreiche Widersprüche stoßen. In den beiden Informationsveranstaltungen in Allstedt und Lodersleben zeigte die Bürgerbewegung erhebliche Mängel an der Konzeption der Schweinezuchtanlage Allstedt auf. Sie verweist darauf, dass Untersuchungen nicht fachgerecht durchgeführt wurden, insbesondere bei der Umweltverträglichkeitsstudie und den ihr zugehörigen Gutachten, oder an manchen Stellen Werte angesetzt werden, die mit in anderen Studien aufgezeigten Werten nicht in Einklang zu bringen und bei näherer Prüfung nicht haltbar sind.

Deshalb bittet die Bürgerbewegung nun, wie es von der Politik versprochen wurde, die zuständigen Behörden, ihre Pflicht zu tun und die Unterlagen sorgsam zu prüfen. Dabei können sie mit der Unterstützung der Bürgerbewegung im Sinne von Zuarbeit rechnen.
 
"Die Erkenntnisse, die wir als Bürgerbewegung aus den Unterlagen gezogen haben, sollten uns Mut machen, uns in das laufende Verfahren mit unseren Einsprüchen einzumischen", so Bernhard Schneider. Die ständig erwähnte Formulierung, dass keine "erheblichen Beeinträchtigungen" zu befürchten sind, ist nicht richtig, auch wenn sie in jedem Kapitel mehrfach behauptet wird. Die Summe der Stickstoffeinträge aus  der Vorbelastung (Istzustand) und der Zusatzbelastung, die der Schweinefabrik geschuldet ist, ist bedeutend größer als der Schwellenwert (Critical Loads), dem Gradmesser für das Erkennen von "erheblichen Beeinträchtigungen".
 
Abgesehen davon, dass differenzierte Bewertungen der Lebensraumtypen fehlen, die der Loderslebener Maik Otto anmahnte, kritisierte der promovierte Biologe Dr. Uwe Schwetschke aus Allstedt insbesondere die Erfassung des Tierbesatzes. Schwetschke wörtlich: „Der temporale Aspekt stellt eine außerordentlich eingeschränkte Momentaufnahme des Ist-Zustandes im faunistischen Bereich dar und geht über ein Minimum des erfassten Artenspektrums nicht hinaus.“ Die Bewertungen in den vorliegenden Antragsunterlagen sind deshalb anzuzweifeln, unter Beachtung der deutlich höheren Stickstoffeinträge falsch.
 
Leidenschaftlich waren die Worte des Mediziners Dr. Helge Jany, der hervorhob, dass all die Abfälle, die auch mit der Gülle in die Umwelt gebracht werden, letztlich beim Menschen ankommen und unsere Gesundheit beeinträchtigen. „Die alten und empfindlichen Bäume zu fällen, wie im Waldzustandsbericht unseres Landes zur Verbesserung der Situation in den Wäldern kürzlich gefordert, ist in der Humanmedizin nicht denkbar“, so Jany.
 
"Die holländischen Investoren", so Pfarrer Hoffmann, "mögen zwar Experten in Bereich der Schweineproduktion sein, aber von Umwelt- und Naturrecht verstehen sie nichts.“ Das wird die Bürgerbewegung, die bei der Analyse der Gutachten zahlreiche Experten und Fachkenner als Unterstützer hat, im Raumordnungsverfahren deutlich aufzeigen.
 
Schneider abschließend: "Die Bürgerbewegung wird sich der intensiven Auseinandersetzung stellen und fundierte Stellungnahmen verfassen".
 
Auch Bündnis 90/Die Grünen rufen die Betroffenen zu Stellungnahmen im Raumordnungsverfahren auf. Hier lesen Sie unsere Pressemitteilung.

Links
Bürgerinitiative gegen die Schweinemastanlage Allstedt

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN | Kreisverband Saalekreis | kv.saalekreis@gruene.de