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Gentechnikaktionstage im Landkreis Merseburg-Querfurt
VerbraucherInnen sagen nein zu Gen-Mais in Schkopau

Am Infostand in Merseburg
Mit vielfältigen Aktivitäten haben BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Merseburg-Querfurt den bundesweiten Aktionstag gegen Agro-Gentechnik genutzt, um die VerbraucherInnen über den geplanten Einsatz von gentechnisch verändertem Mais in Schkopau zu informieren. Das geschah u. a. auf zwei Informationsständen in der Merseburger Innenstadt am 3. und 4. März 2006.

Dabei wurde schnell klar. Das Wissen über den Anbau ist bislang gering. VerbraucherInnen, die vom Anbau erfahren, lehnen ihn in den meisten Fällen klar ab.

Wer detaillierte Informationen zum Anbau von Gen-Pflanzen in Deutschland und natürlich auch zu der in Schkopau geplanten Anpflanzung von Gen-Mais suchte, der wurde auch am Abend des 4. März 2006 im Merseburger Ständehaus fündig.


Im Ständehaus diskutierten Steffi Lemke (Politische Bundesgeschäftsführerin BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Heike Moldenhauer (Gentechnikreferentin des BUND) und Norbert Münch (Vorsitzender des Bauernverbandes „Saaletal“) und etwa 35 Gäste. Moderiert wurde der Abend von Sebastian Striegel, dem Vorsitzenden des Kreisverbands Merseburg-Querfurt und bündnisgrünen Direktkandidaten in Merseburg. Der eingeladene Anbauer von Gen-Mais, Eberhard Kreipe aus Raßnitz, erschien ebenso wenig, wie ein Vertreter des Gentechniklobby-Vereins Innoplanta.

Heike Moldenhauer beschrieb in ihrem Eingangsstatement, dass gentechnisch veränderte Pflanzen bislang nur auf ca. fünf Prozent der weltweiten Anbaufläche zu finden seien. In Deutschland gäbe es bislang fast keinen Anbau. Norbert Münch erläuterte, dass er bis kurz vor der Veranstaltung keine Notwendigkeit gesehen habe, sich mit Gen-Pflanzen auseinanderzusetzen. Ein Anbau sei für ihn nie in Frage gekommen, da er die Technik für zu umstritten hielte. Gleichwohl verteidigte er das Recht von Eberhard Kreipe, dem Maiszünslerbefall auf seinen Feldern auch mit Gen-Mais entgegenzutreten. Steffi Lemke verwies auf die Unnötigkeit und Gefährlichkeit des ausgebrachten Maises MON 810. Sie selbst würde den Anbau von Gen-Pflanzen gerne vollständig verbieten.

In der Diskussion standen u. a. die Haftungsregeln für die Anbauer von Gen-Mais. Norbert Münch konnte in der Diskussion bestätigen, dass Eberhard Kreipe bereits im Jahr 2004 am geheim gehaltenen Versuchsanbau von GVO-Mais teilgenommen habe.

Fragen aus dem Publikum ließen immer wieder die große Skepsis gegenüber der Agro-Gentechnik deutlich werden. Gentechnik sei unnötig, ihre Ungefährlichkeit sei nicht bewiesen, sie gefährde die wirtschaftliche Entwicklung der Region und verbaue die Chance, neue Absatzmärkte für Lebensmittel aus dem Landkreis zu erobern.

Heike Moldenhauer und Steffi Lemke sahen Chancen in der Entwicklung einer von den Bauern getragenen gentechnikfreien Region Merseburg-Querfurt. Hier lägen Chancen für die Zukunft. Norbert Münch wollte nicht ausschließen, dass einzelne Teile des zukünftigen Saalkreises sich zu einer gentechnikfreien Region erklären könnten. Eine Ausdehnung auf den gesamten Landkreis bewertete er jedoch skeptisch.

In der Zwischenzeit haben sich auch die Firma tegut (deren Zulieferer vom Gen-Mais-Anbau in Schkopau betroffem sind) und das Slowfood-Convivium Leipzig-Halle-Merseburg gegen den Anbau ausgesprochen.

Interner Link
Informationsblatt zum Anbau von Gen-Mais in Schkopau

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