„Wie die Kreisverwaltung bekannt gab, hat sich die Abfallsparte des RWE-Konzerns bei der Ausschreibung von Entsorgungsleistungen für Abfälle des Grünen Punktes gegen die Merseburger Entsorgungsgesellschaft (MEG), an der der Landkreis beteiligt ist, durchgesetzt.
Weil hierdurch ein Kerngeschäft der MEG wegbricht, werden acht Arbeitnehmer entlassen und fünf Fahrzeuge verkauft werden müssen. Auch wenn sich am Sammelsystem selbst für die BürgerInnen im Landkreis nichts ändert, gehe ich von Qualitäts- und Serviceeinbußen aus. Weil die RWE – um Kosten zu reduzieren – für die Städte Merseburg und Braunsbedra die Abfahrten nicht mehr in freiwllig verkürzten Rhythmen – wie bisher die MEG – vornehmen wird, sind stärkere Verschmutzungen durch überquellende Tonnen im Stadtbild zu befürchten.
Gab es bisher Probleme bei Entsorgung oder der Sauberkeit der Stellplätze für Abfälle des Grünen Punktes, ließen sich diese meist unkompliziert zwischen Landkreisverwaltung und der MEG lösen. Nun muss die Kreisverwaltung bei Problemen die Zentrale des Dualen Systems Deutschlands über die Mängel informieren, die weitere Bearbeitung erfolgt von dort. Aufgrund dieses Umweges befürchte ich, dass die Problemlösung langwieriger und schwieriger wird.
Weiterhin geht die RWE von einem Bedarf an lediglich 1 Million Gelber Säcke im Jahr aus. Die bisherigen Erfahrungen der MEG liegen bei bis zu 2 Millionen Stück. Wir vermuten daher, dass die RWE auch hier – um Kosten zu drücken – versuchen wird, an der Abfallentsorgung zu Lasten der BürgerInnen und der Umwelt zu sparen.
Um Ordnung und Sauberkeit weiterhin zu gewährleisten, müssen Wohnungsunternehmen, die Ordnungsämter der Gemeinden und das Ordnungsamt des Landkreises zukünftig enger zusammenarbeiten, um Probleme durch überfüllte Tonnen oder verschmutzte Stellplätze zügig zu lösen.“




