"Das in Querfurt errichtete Gasheizwerk war bereits bei seinem Bau eine vorhersehbare Fehlinvestition. Auch 1998 war schon bekannt, dass die Energiepreise steigen werden und dass man deshalb in effiziente Technologien investieren sollte. Dass sich das Heizwerk bisher nicht amortisiert hat, ist problematisch. Die Wärmekunden tragen daran aber keine Schuld. Dem Anschluss- und Benutzungszwang liegt normalerweise der Gedanke der Solidarität zum Wohle der Allgemeinheit zugrunde. Er ist nicht gerechtfertigt, um Fehlinvestitionen zu amortisieren und dabei die Kunden zur Klimasünde zu zwingen. Deshalb muss schnellstens eine Modernisierung erfolgen. Über Sonderabschreibungen des veralteten Heizwerks muss man nachdenken. Das ökologische und finanzielle Debakel in Querfurt muss ein Ende haben.
Ein
Gasheizwerk ist die schlechteste Variante, die man sich vorstellen
kann. Im Gegensatz zu dezentralen Gasbrennwertkesseln dürfte hier
vermutlich ein bis zu 20 Prozent höherer Energiebedarf anfallen. Und
Brennwertkessel haben wiederum einen Effizienznachteil von 20 Prozent
gegenüber Blockheizkraftwerken. Die zentrale Wärmegewinnung mit Gas ist
abzulehnen, weil Gas als ein sehr flexibel einsetzbarer Energieträger
viel zu wertvoll für eine reine Wärmegewinnung mit verlustbehafteten
langen Lieferwegen ist. Wesentlich effizienter sind
Blockheizkraftwerke, welche aus Gas Strom erzeugen und die dabei
anfallende Abwärme zum Heizen verwenden. Durch diese sogenannte
Kraft-Wärme-Kopplung kann die Stromerzeugung mit einem sehr hohen
Wirkungsgrad erfolgen."





