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Stadt blamiert sich mit Potemkinschen Bahnhof Kulisse statt Substanz zum Sachsen-Anhalt-Tag
Hierzu äußert sich Sebastian Striegel, Pressesprecher des bündnisgrünen Kreisverbands: "Ältere Menschen werden sie noch kennen: Die Verhübschungsaktionen, die zu DDR-Zeiten dort auftraten, wo der Staatsratsvorsitzende mit Gästen in die real existierende und herunter gekommene Provinz fuhr. Nichts anderes passiert aktuell in Merseburg. Aus Anlass des Sachsen-Anhalt-Tags wird der Bahnhof aufgehübscht, werden die Stalaktite in der Unterführung abgefräst und Decken gekalkt. Die Bahn baut so Potemkinsche Dörfer, verweigert sich aber weiterhin einer substanziellen Verbesserung des Bahnhofes. Nicht nur fehlt es an einem barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen, auch die Urin-Seen in der Unterführung werden lediglich per Geruchsspray bekämpft. Kaputte Glastüren bleiben monatelang unrepariert und das Bahnhofsgebäude unansehnlich. Schlimmer noch: Auch die Wiederanbindung der Dom- und Hochschulstadt Merseburg an den Fernverkehr stößt in Bahnkreisen weiterhin auf Ablehnung. Dass Merseburgs Bürgermeister Jens Bühligen (CDU) sich ein derartiges Gebahren der Bahn gefallen lässt, verwundert. Schließlich blamiert das auf Börsenkurs getrimmte Unternehmen so nicht nur sich selbst, sondern die gesamte Stadt Merseburg. Der Bürgermeister muss die Gelegenheit nutzen, nun alle diejenigen an einen Tisch zu bringen, die Merseburg wieder (bahn)verkehrsfähig machen wollen. Dazu gehören neben den politischen Verantwortungsträgern vor allem die Hochschule und die örtlichen Unternehmen. Nur gemeinsam können Verbesserungen für die Stadt erreicht werden." |
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